Zusammenfassung: Die Begriffe für die Zungenbeschichtung und deren inhaltliche Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Zungendiagnostiktheorie. Frühere Forschungen zur Zungendiagnostik konzentrierten sich hauptsächlich auf die Herkunft, während es an einer inhaltlichen Analyse der Terminologieänderungen mangelte. Dieser Artikel verwendet die kognitive Metapherntheorie, um die Beziehung zwischen den Begriffen der Zungenbeschichtung und deren Bedeutungswandel zu erläutern. Im Prozess des Begriffswechsels von „舌胎“ zu „舌苔“ entwickelte sich die Zungenbeschichtung von einem rein pathologischen Konzept zu einem mit physiologischer Bedeutung; die Beziehung der Beschichtung zur Zunge änderte sich von der bloßen Anhaftung an der Zungenoberfläche zu einer untrennbaren Verflechtung. Das von Zhang Zhongjing verwendete Schriftzeichen „胎“ enthält eine Bau-Metapher, die die gleichmäßige und leicht erhöhte Form der Zungenbeschichtung über der Zungenoberfläche widerspiegelt; Ärzte der Ming- und Qing-Dynastien verwendeten zunehmend das Zeichen „苔“ mittels einer pflanzlichen Metapher, um die organische Verbindung zwischen Zungenbeschichtung und Zungengewebe darzustellen und bauten Wasser-, Feuer- und Pflanzenmetaphern auf, um die Bildung der Zungenbeschichtung in physiologischen und pathologischen Zuständen zu erklären. Daher besitzt „苔“ als Moos eine reichere metaphorische Bedeutung im Vergleich zu „胎“ des Embryos, was dem Bedeutungswandel der Zungenbeschichtungsterminologie entspricht, zur Erklärung relevanter physiologischer und pathologischer Phänomene beiträgt und ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Zungenbeschichtungsterminologie ist.